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Nie wieder arbeiten? So viel Kapital brauchst du wirklich

25. Aug.
5 Min. Lesezeit

Die meisten haben eine Million im Kopf und steigen bei diesem Gedanken sofort aus. Für die meisten ist das aber die falsche Zahl. Hier steht, ab wann dein Kapital deine Lebenshaltung trägt, warum wir trotz hoher Backtestergebnisse nur 10 % entnehmen und wie lange der Weg dorthin in 4 verschiedenen Ausgangslagen dauert.


Lieber lesen als schauen? Der komplette Inhalt steht unten.

Kapital und Lebenszeit: Woher die 9,9 Jahre kommen

Im ersten Teil dieser Serie stand eine ernüchternde Rechnung. Bei einem Alter von 42 Jahren bleiben statistisch noch 13.733 Tage, also 37,6 Jahre. Davon geht der Schlaf ab, das sind 12,5 Jahre. Die Arbeit bis 67 kostet 5 Jahre. Das Handy nimmt 5,5 Jahre. Der ganze Alltag mit Essen, Wegen und Organisation nochmal 4,7 Jahre.


Übrig bleiben 3.602 Tage. Das sind 9,9 Jahre oder 26 % der Restzeit.


Wichtig für das Verständnis dieser Zahlen: Gemeint sind keine Kalenderjahre. Gemeint sind 5 Jahre Arbeit am Stück, rund um die Uhr, ohne Schlaf und ohne Feierabend. Jede einzelne Arbeitsstunde des restlichen Lebens, hintereinandergelegt. Genauso ist jeder andere Posten gerechnet.


Was passiert, wenn du nicht mehr musst

Zwei Posten in dieser Rechnung sind keine Naturgesetze. Die Arbeitszeit und die Bildschirmzeit. Zusammen kosten sie über 10 Jahre.


Läuft der Handel automatisiert, schrumpft die Arbeit auf die Kontrolle der Systeme. Das sind 1 Stunde pro Woche oder 10 Minuten am Tag. Aus 1.833 Tagen Arbeit werden dann 54 Tage. Aus 5 Jahren wird ein langer Sommerurlaub.


Bei der Bildschirmzeit lohnt sich eine ehrliche Aufteilung. Ein Teil der 3,5 Stunden am Tag ist Arbeit und fällt mit der Automatisierung ohnehin weg. Ein zweiter Teil ist wertvoll und bleibt: ein gutes Buch, ein Film, der dich packt, ein Videocall mit jemandem, der dir wichtig ist. Der dritte Teil sind Kurzvideos, nach denen kein einziger Gedanke hängen bleibt. Nicht die Stundenzahl entscheidet, sondern das Gefühl danach.


Bleibt am Ende 1 Stunde am Tag, sinkt dieser Posten von 2.003 auf 572 Tage. Zusammengerechnet stehen dann 6.812 Tage zur Verfügung, also 18,6 Jahre statt 9,9.


Vergleich der freien Lebenszeit vor und nach Automatisierung. Ohne Änderung 9,9 Jahre frei. Mit automatisiertem Handel und reduzierter Bildschirmzeit 18,6 Jahre möglich. Der Gewinn beträgt 8,8 Jahre reines Leben.
8,8 Jahre gewonnene Lebenszeit, allein durch Automatisierung und ehrliche Bildschirmzeit.

Der Haken, über den niemand spricht

Automatisierung kauft dir Zeit. Sie kauft dir kein Einkommen. Wer morgen seine 40 Stunden streicht, ohne dass Kapital für ihn arbeitet, hat keine Freiheit gewonnen, sondern nur kein Geld mehr.


Die richtige Frage lautet deshalb nicht, wie reich du wirst, sondern ab wann dein Kapital deine Lebenshaltung trägt. Das ist der Moment, ab dem die 8 Stunden wirklich wegfallen dürfen.


Deine Zahl, nicht die Million

Rechnen wir mit 3.000 Euro im Monat. Das ist keine Villa und kein Sportwagen, sondern ein normales Leben ohne Existenzangst. Bei einer Entnahme von 10 % im Jahr brauchst du dafür 360.000 Euro.


Die Staffel skaliert in beide Richtungen. Für 2.000 Euro im Monat sind es 240.000 Euro, für 4.000 Euro 480.000 Euro und für 5.000 Euro im Monat 600.000 Euro. Wer noch vorsichtiger plant und nur 6 % entnimmt, braucht für dieselben 5.000 Euro eine ganze Million.


Genau hier steigen die meisten aus, weil sie auf die größte Zahl schauen. Der bessere Weg ist, sich hinzusetzen und auszurechnen, was man wirklich im Monat braucht. Nicht was man gerne hätte, sondern was reicht. Wer mit 2.000 Euro auskommt, braucht 240.000 Euro und keine Million.


Warum nur 10 % Entnahme

Die Datengrundlage ist der Backtest von Portfolio L von 2020 bis heute. 10.000 Euro Startkapital, 4.144 Trades über 6 Jahre, am Ende stehen gut 30.000 Euro. Der Sharpe Ratio liegt bei 2,2, der maximale Rückgang der Equity bei gut 5 %. Gerechnet wurde mit festen Lotgrößen und ohne prozentualen Risikoschalter, Compounding ist damit ausgeschlossen. Das ist die unattraktivste Art, einen Backtest zu rechnen, und genau deshalb rechnen wir so. Alle Ergebnisse sind hypothetisch.


Im Risiko und Prop Simulator haben wir diesen Backtest anschließend 10.000 Mal in zufälliger Reihenfolge durchgespielt, bei einer Phasenlänge von 365 Tagen. Jeder Durchlauf entspricht damit einem kompletten simulierten Jahr. In 9.081 dieser Jahre wird eine Marke von 30 % erreicht, ohne dass eine Regel bricht. Von 10.000 Jahren reißt genau 1 den maximalen Drawdown. Die übrigen 918 scheitern nicht an Verlusten, sondern verfehlen die 30 % innerhalb des Jahres knapp.


Trotzdem planen wir mit 10 %. Dafür gibt es 3 Gründe.


  • → Der Simulator kennt nur die Jahre 2020 bis heute. Er kann keine Marktlage erfinden, die es in diesen Daten nicht gab.


  • → Die Rechnung ist sauber, aber nackt. Slippage, Spread, Latenz, Steuern und Inflation sind darin nicht enthalten.


  • → Ein einzelnes schlechtes Jahrzehnt darf den Plan nicht kippen.


Stresstest über 10 Jahre

Wir haben ein Jahrzehnt durchgerechnet, das deutlich schlechter läuft als alles, was die Daten hergeben. Start mit 360.000 Euro, im ersten Jahr ein Einbruch um 25 %, danach ein Nulljahr, später nochmal minus 10 und minus 20 %. Über die 10 Jahre bleiben durchschnittlich 6,5 % im Jahr.


Mit 10 % Entnahme, also 36.000 Euro jährlich, überlebt das Konto dieses Jahrzehnt. Knapp, aber es überlebt. Mit 15 % Entnahme ist es im 6. Jahr leer, mit 20 % bereits im 5. Nicht die Rendite entscheidet über das Ergebnis, sondern die Entnahme.


Wie lange dauert der Weg dorthin

Bleibt die Frage nach der Zeit bis zu diesen 360.000 Euro. Wir haben 4 Situationen gerechnet, jeweils mit 15, 20 und 30 % im Jahr.


Situation 1: 25 Jahre alt, Start bei null, 300 Euro im Monat. Je nach Rendite dauert es zwischen 19,4 und 12,7 Jahren. Das klingt lang, du bist dann aber Anfang 40.


Situation 2: Dieselbe Sparrate, aber 5.000 Euro Startkapital. Bei 20 % sind es 15,1 statt 16,3 Jahre. Diese 5.000 Euro sparen über ein ganzes Jahr Lebenszeit. Deshalb ist der Anfang der wichtigste Teil.


Situation 3: Ende 30, 50.000 Euro vorhanden, 500 Euro im Monat. Dann sind es zwischen 10,6 und 6,4 Jahren, also spätestens Ende 40 mit fast 20 Jahren Vorsprung auf die Rente.


Situation 4: Über 50, 250.000 Euro zusammen. Dann ist das Ziel in unter 3 Jahren erreicht.


Wer jung ist, hat Zeit, aber kein Kapital. Wer älter ist, hat Kapital, aber keine Zeit. Beide kommen an, nur über verschiedene Wege. Eine Regel gilt für alle: Die Gewinne bleiben unangetastet, bis das Ziel erreicht ist. Wer während des Aufbaus jeden Monat etwas entnimmt, braucht fast doppelt so lange.


Neu im Premium-Bereich

Neben den vollautomatisierten CFD-Portfolios kommt der Aktienbereich dazu. Aktien und ETFs laufen über ein eigenes Aktientool, das direkt an Interactive Brokers angebunden ist, ohne Umweg über TradingView und ohne Bridge dazwischen. Das Tool ist in der Premium-Mitgliedschaft enthalten und kostet nichts extra. Futures folgen bis Ende des Jahres.


Rechne mit deinen eigenen Zahlen

Als kostenloses Mitglied siehst du alle Backtests und kannst den Risiko und Prop Simulator selbst nutzen. Du gibst deine eigenen Werte ein und prüfst, wie sich Risiko und Drawdown verhalten, bevor du echtes Geld einsetzt.






Bis dann!

Alex & das Kaspareit-Trading-Team




Datengrundlage: Portfolio L, Backtest von 2020 bis heute, 10.000 Euro Startkapital, feste Lotgrößen ohne Compounding, 4.144 Trades. Simulation im Risiko und Prop Simulator mit 10.000 Durchläufen bei einer Phasenlänge von 365 Tagen. Lebenszeitrechnung auf Basis einer statistischen Restlebenserwartung von 37,6 Jahren bei einem Alter von 42 Jahren. Alle Backtestergebnisse sind hypothetisch.



Hypothetische Backtestergebnisse. Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Dies ist keine Anlageberatung. CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 75 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel. Überlege sorgfältig, ob du die Funktionsweise von CFDs verstehst und ob du es dir leisten kannst, das hohe Risiko einzugehen.

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Trade verantwortungsvoll: CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 77 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
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Offenlegung zur hypothetischen Performance:
Hypothetische Performanceergebnisse unterliegen zahlreichen Einschränkungen. Die dargestellten Ergebnisse basieren auf historischen Daten und können erheblich von realen Gewinnen oder Verlusten abweichen.
Ein wesentlicher Nachteil hypothetischer Ergebnisse besteht darin, dass sie ohne finanzielles Risiko erstellt wurden. Daher können sie die tatsächlichen finanziellen Risiken des Handels nicht vollständig widerspiegeln. Verluste im echten Handel könnten zu Handelsunterbrechungen führen, was die Ergebnisse stark beeinflussen kann. Zusätzlich gibt es viele Faktoren, die bei der Umsetzung eines Handelsprogramms in der Praxis nicht vollständig simuliert werden können und somit die tatsächliche Performance erheblich abweichen lassen können.

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