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Watchlist September: Welche Aktien jetzt draufgehören, wenn der Markt korrigiert

vor 18 Stunden
6 Min. Lesezeit

Die besten Einstiege des Jahres bekommst du in dem Monat, vor dem sich alle anderen fürchten. Der September ist statistisch der schwächste Börsenmonat. Für eine vorbereitete Watchlist ist genau das der Rabatt, auf den sie wartet.

Lieber lesen als schauen? Der komplette Inhalt steht unten.

Was hinter dem September-Effekt steckt

Erst die Zahlen, dann die Meinung. Seit 1928 hat der S&P 500 den September in 53 von 98 Jahren im Minus beendet. Das sind 54 % und damit häufiger als in jedem anderen Monat. Beim DAX ist es noch deutlicher: Dort liegt das durchschnittliche September-Ergebnis seit 1988 bei minus 2,03 %, und in 60 % der Jahre stand am Monatsende ein Minus. Das Muster ist also kein rein amerikanisches.


Für diese Schwäche gibt es keine einzelne Ursache. Ein Faktor ist die dünne Handelsdecke nach dem Sommer. Wenn wenig Umsatz im Markt ist, schlagen schlechte Nachrichten stärker auf die Kurse durch. Dazu kommt eine Nachrichtenlücke, denn die Berichtssaison für das dritte Quartal läuft erst im Oktober richtig an.


Eine Sache muss man geraderücken

Schaut man nur auf die letzten 30 Jahre, fällt der September gar nicht besonders oft. Er lag in 14 von 30 Jahren im Minus, also etwas seltener als jedes zweite Jahr. Trotzdem bleibt er der Monat mit dem schwächsten Durchschnitt. Das liegt nicht daran, wie oft er fällt, sondern wie heftig. Steigt er, dann im Schnitt um 3,3 %. Fällt er, dann um 5,2 %. Und die Schwäche sitzt im letzten Drittel des Monats.


Statistik des September-Effekts. Der S&P 500 beendete den September seit 1928 in 54% der Jahre im Minus. Wenn er fällt, dann durchschnittlich um 5,2%. Wenn er steigt, dann um 3,3%.
Der September fällt nicht besonders oft. Er fällt besonders heftig.

Was diese Zahlen nicht sind

Das ist ein Muster, keine Garantie. Es sagt dir, wo du im Jahr stehst, und sonst nichts. Kein einziger dieser Werte sagt etwas darüber, was der September dieses Jahres tut. Wer aus Saisonalität ein Signal macht, hat sie missverstanden.


Wie das im letzten Jahr aussah

Im September des vergangenen Jahres war dieses Bild bei RTX gut zu sehen: ein Rutsch unter den EMA 50 Anfang September, der übergeordnete Trend blieb dabei intakt, und kurz darauf drehte der Kurs wieder. RTX war dabei kein Einzelfall. Dieselbe Abfolge findet sich im selben Zeitraum bei API Group, bei Jabil, bei BridgeBio, bei Entergy und bei Quanta Services.


Überall dasselbe Muster: eine Korrektur zwischen September und Oktober, der langfristige Trend bleibt stehen, und danach dreht der Kurs. Das ist keine Renditeaussage und soll auch keine sein. Es ist die Form, nach der du suchst, wenn du eine Watchlist aufbaust. Ob ein einzelner Titel danach steigt, entscheidet sein Geschäft, nicht das Chartbild.


Warum ein Fahrplan allein nicht reicht

Eine Saisonalität allein reicht als Grundlage nicht. Ein Muster aus der Vergangenheit sagt dir, wo du im Jahr stehst. Es sagt dir nicht, was heute im Markt passiert. Deshalb liegen bei uns zwei Ebenen übereinander.


Ebene 1: die Saisonalität

Die Seasonal Matrix im Kaspareit-Trading Terminal zeigt kein Bauchgefühl, sondern den historischen Verlauf über 25 Jahre. Für die zweite Septemberhälfte sagt sie Gegenwind. Ab dem 1. Oktober dreht das Bild: Die Phase bis Mitte November lag im S&P 500 in 21 von 25 Jahren im Plus, im Median mit gut 4 %. Das ist eine Rückrechnung und keine Garantie, aber es ist ein Fahrplan.


Ebene 2: die Positionierung der Profis

Die zweite Ebene ist der COT Screener. Die Commercials sind die Marktteilnehmer, die in ihrem Markt tatsächlich zuhause sind und den besten Informationsstand haben. Im Nasdaq und im Dow Jones stehen sie derzeit auf sehr bärisch, mit der höchsten Konfidenzstufe. Im Nasdaq liegen die Commercials bei 7 % ihrer Spanne, die Privatanleger bei 77 %. Die Profis sind netto short, die Masse ist netto long.


Auf genau diese Lücke kommt es an. Die Commercials sichern echte Bestände ab und wissen als Erste, wenn sich etwas dreht. Die Privatanleger kaufen, was gerade gut läuft, und sie kaufen am meisten, kurz bevor es dreht. Ein großer Abstand zwischen beiden Seiten ist deshalb das eigentliche Signal. Nicht, weil die Masse dumm wäre, sondern weil sie zuletzt kauft.


Zwei-Ebenen-Analyse. Die Seasonal Matrix zeigt für Oktober bis November 21 von 25 Jahren im Plus. Im COT Screener stehen die Commercials im Nasdaq bei 7%, die Privatanleger bei 77%. Datenbasis der Seasonal Matrix umfasst 25 Jahre.
Saisonalität und COT zeigen aktuell in dieselbe Richtung.

Beide Ebenen zeigen derzeit in dieselbe Richtung: Die Saisonalität zeigt nach unten, und die Profis stehen auf derselben Seite. Nur beim S&P 500 ist das COT-Signal neutral. Das ist kein Kaufsignal. Es sagt dir nur, dass du dich jetzt vorbereiten solltest.


Woran du eine Korrektur erkennst: vier Kriterien

Für die Auswahl auf der Watchlist gelten vier Kriterien. Die ersten drei filtert dir jeder Screener, das vierte nicht.


  • Die Aktie schließt weiterhin über dem EMA 150. Der übergeordnete Trend ist also vollkommen intakt.


  • Sie schließt aktuell unter dem EMA 50. Das ist die Korrektur, um die es geht.


  • Der Williams Percent Range steht unter minus 50 und bestätigt die Korrektur.


  • Das Unternehmen ist fundamental weiterhin stark.


Für das vierte Kriterium machst du den letzten Quartalsbericht auf: Wachsen Umsatz und Marge noch? Hat die Korrektur einen Grund im Geschäft oder nur im Markt? Das ist der Unterschied zwischen einer Korrektur und einem Absturz mit Ansage.


Abkürzung für Kriterium 4

Diesen vierten Punkt musst du heute nicht mehr allein machen. Nimm die Titel aus dem Screener und gib sie in eine KI-Deep-Research. Sie geht die Quartalszahlen durch, schaut, ob Insider gerade kaufen oder verkaufen, sammelt ein, was der Durchschnitt der Analysten sagt, und liest nach, ob irgendwo ein Gerücht unterwegs ist. Du bekommst in wenigen Minuten das Bild, für das du früher einen Abend gebraucht hast.


Wenn diese vier Punkte zusammenkommen, hast du keine fallende Aktie. Dann hast du eine starke Aktie zu einem besseren Preis.


So selten ist das Setup

Bei einer Prüfung von 60 bekannten Titeln aus den USA und dem DAX erfüllten Mitte September genau 5 alle drei automatisierbaren Kriterien, also rund 8 %. Das ist wenig, und genau darin liegt der Wert. Eine Liste, auf der ständig etwas steht, ist keine Auswahl. Wenn über Wochen kein Titel die Bedingungen erfüllt, dann ist das die richtige Antwort und kein Fehler im Verfahren.


Ein Wort zur Auswahl

Im Video davor ging es darum, einen Megatrend zu erkennen, und dort schlägt der Sektor den Einzeltitel fast immer. Hier ist die Lage eine andere. Es geht nicht darum, eine Branche zu raten, sondern Unternehmen zu nehmen, die du ohnehin haben willst, und auf einen besseren Preis zu warten.


Wann du tatsächlich kaufst

Das sind Watchlist-Kandidaten. Keine Käufe. Ins fallende Messer greift hier niemand. Gekauft wird erst, wenn drei Dinge zusammenkommen.


  • Die Commercials drehen. Gegen die Profis wird nicht gekauft.


  • Die Saisonalität dreht. Frühestens Anfang Oktober.


  • Der Chart bestätigt es: Schluss über dem EMA 50, oder der Williams Percent Range über minus 50.


Eines allein reicht nicht. Erst wenn alle drei da sind, wird eingestiegen.


Und zwei Gründe, eine Aktie wieder zu streichen

Zwei Dinge werfen einen Titel von der Watchlist. Das erste ist ein Schluss unter dem EMA 150. Das zweite ist ein Strukturbruch nach unten, also wenn das letzte Korrektur-Tief bricht. Passiert eines von beiden, war es keine Korrektur, sondern eine Trendwende.


Wie die Bots damit umgehen

Für den GridBot gilt die Regel mit dem fallenden Messer bewusst nicht, und das ist die eine Ausnahme. Er darf in die Korrektur hinein kaufen, aber nur solange die Filter halten: übergeordneter Trend intakt, Kurs über dem EMA 150. Statt eine einzige Order auf einen einzigen Preis zu setzen, baut er die Position in Stufen auf. Dadurch sinkt der Durchschnittspreis, statt auf dem Hoch voll investiert zu sein. Reißt einer der Filter, hört er auf zu kaufen.


Der Aktienbot macht es andersherum. Er geht an einer einzigen Stelle rein, und zwar erst dann, wenn alle Filter es zulassen: Es gab eine Korrektur im Williams Percent Range, und der Kurs steht weiterhin oder wieder über allen eingetragenen Durchschnitten. Der GridBot steigt also schon in die Korrektur ein, der Aktienbot wartet, bis die Aktie gedreht hat. Der Gedanke dahinter ist derselbe wie bei der Watchlist: Eine Korrektur ist kein Grund, den Markt zu verlassen.


Kurz zusammengefasst

Die Saisonalität zeigt den Gegenwind. Das COT-Tool zeigt, auf welcher Seite die Profis stehen. Der Chart zeigt, wann die Aktie gedreht hat. Und alle drei müssen in dieselbe Richtung zeigen.


Damit du nicht bei jedem Titel selbst entscheiden musst, wann du kaufst und wann du nach einem Stopp wieder einsteigst, gibt es dafür zwei Aktien-Strategien. Sie lassen sich in der All Time High Trading Platform miteinander verbinden. Damit handelst du automatisiert und direkt an Interactive Brokers angeschlossen, ganz ohne TradingView dazwischen.


Bau dir deine Watchlist

Setz dir in den nächsten Wochen deine Watchlist zusammen. Und dann lass sie liegen, bis der Turnaround wirklich da ist. Falls wir dieses Jahr eine Endjahresrally bekommen, ist jetzt der beste Zeitpunkt, sich vorzubereiten.






Bis dann!

Alex & das Kaspareit-Trading-Team





Datengrundlage: S&P 500 von 1928 bis 2025 und DAX von 1988 bis 2025, Kursdaten von Yahoo Finance, Monatswerte aus Tagesdaten gebildet. Saisonalität über 25 Jahre aus der Seasonal Matrix im Kaspareit-Trading Terminal, COT-Daten aus dem Bericht der CFTC. Stand der Auswertung: 13.09.2026.


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