AAktien automatisiert handeln: Aktienbot und GridBot im Vergleich
Eine Handelssoftware sagt dir, wie du handelst. Sie sagt dir nicht, was du handelst. Genau diese Lücke schließt dieser Artikel: erst das Screening, dann die beiden Strategien, die in der All Time High Trading Platform arbeiten.
Aktien automatisiert handeln: Das eigentliche Problem
Aktien automatisiert handeln klingt bequem, ist aber am Anfang genau das Gegenteil. Stell dir vor, du setzt eine Aktienstrategie von Hand um. Du hast eine Liste mit Werten, und im Extremfall sind das 50 oder 100 Titel auf einem einzigen Konto. Für jeden davon musst du den Einstieg abpassen, den Stop setzen, den Stop nachziehen und nach einem Ausstieg entscheiden, ob du wieder einsteigst.
Bei 3 Aktien ist das machbar. Bei 30 wird daraus ein Vollzeitjob, bei dem du jeden Tag vor dem Rechner sitzt. Irgendwann verpasst du genau den Ausbruch, der dein Jahr gemacht hätte. Oder ein vergessener Stop reißt dir das Ergebnis ein, das du dir über Monate aufgebaut hast.
Die All Time High Trading Platform nimmt dir genau diesen Teil ab. Du kopierst deine komplette Symbolliste hinein, entweder aus TradingView oder aus deiner eigenen Aufstellung, drückst auf Start, und ab da übernimmt die Software jeden einzelnen Wert: Einstieg, Stop, Nachziehen, Wiedereinstieg.
Erst die Aktien, dann die Strategie
Die beste Strategie bringt nichts, wenn sie auf dem falschen Wert liegt. Deshalb steht am Anfang das Screening, und dafür reicht der ganz normale Aktien-Screener von TradingView. Du brauchst weder ein teures Zusatztool noch eigenen Code.
Der Screener aus dem Video heißt "Meistkapitalisiert im Trend" und ist in 2 Hälften aufgebaut. Die erste Hälfte filtert Qualität, die zweite Hälfte filtert die Trendstruktur.
US-Markt und eine Marktkapitalisierung ab 10 Milliarden Dollar, damit die Werte liquide genug für einen Bot sind
Deutliches Umsatzwachstum und eine solide Eigenkapitalrendite, damit nicht nur das Chartbild stimmt
Beta über 1, also Werte, die sich stärker bewegen als der Gesamtmarkt, denn ohne Bewegung passiert bei einem Bot nichts
Kurs über den gleitenden Durchschnitten der letzten 200, 150 und 50 Tage
Der kurze gleitende Durchschnitt liegt über dem langen, das ist die klassische Trendstruktur
Übrig bleibt eine kurze Liste, oft nur 10 bis 20 Werte. Das sind keine Kaufsignale, sondern der Teich, in dem die Strategien anschließend fischen. Wer gezielt Aktien sucht, die gerade aus einer Korrektur herauskommen, ergänzt den Williams Percent R und stellt ihn so ein, dass er von minus 50 zurück in den neutralen Bereich wechselt.

Und ein Punkt ist dabei wichtig: Es gibt nicht 2 verschiedene Listen für 2 verschiedene Bots. Es gibt eine Liste mit Werten, die eine Richtung haben. Der Unterschied zwischen den beiden Strategien liegt nicht in der Aktie, sondern darin, wie dein Kapital in diese Aktie hineingeht.
Der Aktienbot: alles auf einen Moment
Der Aktienbot ist ein Trendfolger und arbeitet über einen Ausbruch. Er beobachtet, wo der Kurs in den letzten Kerzen sein Hoch hatte. Solange der Kurs darunter bleibt, passiert nichts. Erst der Ausbruch über dieses Hoch macht die Aktie interessant, denn dann sind Käufer bereit, mehr zu zahlen als im gesamten Zeitfenster davor.
Wichtig ist die Einordnung: Es geht nicht um das Allzeithoch, sondern um das Hoch einer festen Anzahl von Kerzen, in der Regel 20. Was das bedeutet, hängt vom Zeitfenster ab. Auf Tagesbasis ist es das Hoch der letzten 20 Tage. Auf 15 Minuten sind es die letzten 20 Viertelstunden, also gerade einmal 5 Stunden.
Über dem Ausbruch liegen 2 Filter. Gleitende Durchschnitte zeigen, ob die übergeordnete Richtung überhaupt nach oben steht. Der Williams Percent R misst, wo der Kurs innerhalb seiner Spanne der letzten Kerzen steht, also ob nach oben noch Luft ist oder ob die Bewegung schon ausgereizt ist. Beide Filter müssen grün sein, sonst wird der Ausbruch ignoriert.
Beim Kauf liegt sofort ein echter Stop beim Broker, nicht als Notiz in der Software. Dieser Stop zieht nur noch nach oben nach und nie wieder zurück. Der Verlust ist damit von der ersten Sekunde an gedeckelt, und wenn die Aktie läuft, sichert der Stop Schritt für Schritt Gewinn ab. Intern heißt der Ansatz deshalb Trade and Hold: getradet wird, bis die Position bei Break-Even abgesichert ist, danach wird sie sehr lange gehalten.
Der Preis dafür ist eine Trefferstruktur, die man aushalten muss. Die meisten Ausbrüche laufen nicht weit, der Stop greift, der Trade ist beendet. Verdient wird an den wenigen Bewegungen, die monatelang durchlaufen. Und der Bot geht jedes Mal mit der vollen vorgesehenen Positionsgröße hinein, im Beispiel aus dem Video mit 5 % vom Gesamtdepot.
Der GridBot: dasselbe Geld, verteilt
Der GridBot handelt dieselbe Art von Aktien aus derselben Liste. Er geht nur anders mit dem Kapital um. Statt den kompletten Betrag in einem Rutsch in den Markt zu legen, verteilt er ihn auf mehrere Einstiege. Zwischen 2 Käufen liegt immer ein Mindestabstand von ungefähr 1 bis 2 %.
Dabei spielt die Richtung keine Rolle. Fällt der Kurs, kommt die nächste Stufe tiefer dazu. Steigt er, kommt sie höher dazu. Beides ist gewollt. Der Bot lässt sich auch so einstellen, dass er ausschließlich bei fallenden Kursen nachkauft, sinnvoll ist in der Regel aber, beide Richtungen zuzulassen.
Der Sinn dahinter ist nicht, billiger einzukaufen. Der Sinn ist, den Einstiegspreis zu verteilen. Timing ist die härteste Disziplin überhaupt: Wer einmal kauft und den ungünstigsten Moment erwischt, hängt mit dem gesamten Einsatz an genau diesem Moment. Wer auf 5 Stufen verteilt, landet mit dem Durchschnitt irgendwo in der Mitte.

Der naheliegende Einwand: Nachkaufen ist die Methode, mit der Privatanleger seit Jahrzehnten ihre Konten sprengen. Das stimmt auch, wenn es blind passiert. Deshalb hängt beim GridBot über allem ein Trendfilter. Gekauft und nachgekauft wird nur, solange der Kurs über seinen gleitenden Durchschnitten liegt. Kippt das Bild, kommt nichts mehr dazu. Eine normale Korrektur innerhalb eines Aufwärtstrends ist dagegen ausdrücklich erwünscht.
Dazu kommen 2 harte Grenzen: Eine einzelne Position darf niemals mehr als einen festgelegten Anteil des Kontos einnehmen, und es gibt keinen Bestand ohne echten Stop beim Broker. Auf der Gewinnseite arbeitet der Bot mit der Gesamtposition. Sobald sie im Plus liegt, wird zuerst der Einstand abgesichert, danach läuft die Absicherung entlang des gleitenden Durchschnitts mit nach oben.
Timing gegen Verteilung
Damit stehen 2 Werkzeuge für dieselbe Aufgabe zur Verfügung. Der Aktienbot ist die Timing-Wette: Er wartet auf einen bestimmten Moment, geht rein und lässt den Trade laufen. Trifft er, verdienst du an der vollen Bewegung. Trifft er nicht, greift der Stop, und sobald die Filter es wieder erlauben, folgt der nächste Versuch.
Der GridBot ist die Verteilung. Er verzichtet auf den perfekten Moment und baut die Position über mehrere Stufen auf. Dafür liegt er beim Start seltener komplett daneben, ist aber auch nie von Anfang an voll investiert. Besonders deutlich wird der Unterschied in langen Seitwärtsphasen vor einem Ausbruch: Dort glättet der GridBot seinen Einstieg, während der Aktienbot mehrfach ausgestoppt wird, bis die Bewegung wirklich kommt.
Ehrliche Einordnung
Es gibt hier kein Besser und kein Schlechter, sondern 2 verschiedene Antworten auf die Frage, wie viel du auf einen einzigen Zeitpunkt setzen willst. Beide Ansätze haben eine unangenehme Seite: Der Aktienbot produziert viele kleine Verluste und lebt von wenigen großen Gewinnern. Der GridBot trifft häufiger, kann aber genau dann Ärger machen, wenn ein Wert seinen Trend endgültig verliert. Genau deshalb liegen bei beiden ein Trendfilter, eine Obergrenze pro Position und ein echter Stop beim Broker darüber.
In der Plattform lassen sich beide gleichzeitig laufen lassen, weil du mehrere Handelspläne innerhalb eines Kontos führst: ein Plan mit dem Aktienbot, ein zweiter mit dem GridBot, getrennte Töpfe, getrennte Statistik, getrennter Drawdown. Wichtig ist dabei nur eine Regel: Jede Aktie bekommt genau einen Bot. Derselbe Wert läuft nie in beiden Plänen.
Warum die Beispiele in TradingView entstehen
Im Video laufen Screener und Strategien in TradingView, weil sich Regeln dort schnell sichtbar machen lassen. Man sieht die Ausbruchslinie, die Filter und die einzelnen Kaufstufen. Zum Handeln wird TradingView jedoch nicht mehr gebraucht.
Jahrelang lief die Kette anders: Signal auf TradingView, per Webhook an eine Bridge, Bridge gibt die Order an den Broker. Diese Kette hatte eine grundsätzliche Schwäche, denn niemand prüfte, ob das, was die Strategie glaubt, auch wirklich im Depot liegt. Ging ein Signal verloren, merkte es schlicht keiner. In der All Time High Trading Platform gibt es diese Kette nicht mehr: Die Strategie läuft direkt in der Software, die Software spricht direkt mit dem Broker, und jede Order geht vorher durch eine Bestandsprüfung.
Stand der Entwicklung
Die Plattform ist für alle Premium-Mitglieder ohne Aufpreis verfügbar. Das Screening steckt aktuell noch nicht in der Software, es kommt im Laufe dieses Jahres. Bis dahin entsteht die Aktienliste in TradingView, TraderFox, Finviz oder einem anderen Screening-Tool. Ebenfalls in Arbeit: Backtests direkt in der Plattform sowie Strategie-Portfolios für Aktien, also mehrere Strategien über mehrere Aktienuniversen hinweg.
Samstag, 26. September, 10 Uhr
Im öffentlichen Webinar gehen wir einmal komplett durch die Plattform: wie du deine Aktienliste anlegst, welche Strategie du auf welchen Handelsplan legst und wie das Ganze automatisiert läuft. Die Teilnahme ist kostenlos, Fragen sind ausdrücklich erwünscht.
Selbst anschauen statt glauben
Als kostenloses Mitglied siehst du unsere Portfolios und Strategien im Backtest und kannst dir in Ruhe ansehen, wie wir arbeiten. Und in der Plattform selbst lässt sich jederzeit zwischen Paper und Live umschalten, du musst also nicht sofort mit echtem Geld starten.
Bis dann!
Alex & das Kaspareit-Trading-Team
Datengrundlage: Screening über den Aktien-Screener von TradingView, Beispielwert im Video ist NVIDIA. Die gezeigten Strategieverläufe sind hypothetische Backtestergebnisse aus TradingView, nicht aus dem Live-Betrieb. Die All Time High Trading Platform handelt über das Gateway auf einem Konto bei Interactive Brokers oder einem Anbieter auf derselben Infrastruktur.
Hypothetische Backtestergebnisse. Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Dies ist keine Anlageberatung. CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 75 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel. Überlege sorgfältig, ob du die Funktionsweise von CFDs verstehst und ob du es dir leisten kannst, das hohe Risiko einzugehen.



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